Festgeld aktuell

Festgeld: Was es ist und wie Du es richtig anlegst

Was ist Festgeld?
Beim Festgeld legst Du einen bestimmten Betrag für einen fest vereinbarten Zeitraum an – häufig
auch Termingeld genannt. Im Gegenzug bekommst Du von der Bank einen Zinssatz, der über die
gesamte Laufzeit garantiert ist und sich nicht ändert, egal was am Markt passiert.
Der Haken: Du bist deutlich weniger flexibel als beim Tagesgeld. Während der Laufzeit kommst Du
nicht an Dein Geld – weder für Teilabhebungen noch für zusätzliche Einzahlungen. Dafür sind die
Zinsen in der Regel höher als beim jederzeit verfügbaren Tagesgeld.
Für wen eignet sich Festgeld? Immer dann, wenn Du wirklich sicher bist, dass Du das Geld über
die gesamte Laufzeit nicht brauchst. Für Geld, das Du kurzfristig parken möchtest, ist Tagesgeld die
bessere Wahl.

Wie sicher ist Festgeld?
Festgeld gilt als eine der sichersten Anlageformen, wenn zwei Kriterien erfüllt sind:

Konkret bedeutet das: Bis zu 100.000 Euro pro Institut und Kunde sind gesetzlich abgesichert (§ 8
EinSIG). Bei Gemeinschaftskonten von Eheleuten verdoppelt sich der Schutz auf 200.000 Euro. Die
Einlagensicherung gilt für alle Banken mit einer Lizenz innerhalb der EU und des Europäischen
Wirtschaftsraums.
Ein Punkt, den viele übersehen: Nicht jedes Land steht wirtschaftlich gleich stark da – und im
Ernstfall müsste der jeweilige Staat einspringen. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Länder-Bonität.
Sichere Anbieter kommen aus Ländern, die bei Standard & Poor’s und Fitch mit „AAA“ oder „AA“ und
bei Moody’s mit „Aa2“ oder besser bewertet sind.

Festgeld als Baustein der Geldanlage


Für kurz- bis mittelfristige Rücklagen ist Festgeld eine gute Wahl. Wer aber über zehn oder fünfzehn
Jahre Vermögen aufbauen will, sollte einen Teil davon in Aktien bzw. Indexfonds (ETFs) investieren
– nur so erzielst Du langfristig Renditen, die über der Inflation liegen. Festgeld und ETFs schließen
sich also nicht aus, sondern ergänzen sich als Bausteine einer durchdachten Geldanlage.

Wie und wo legst Du Festgeld an?

Aktuelle Zinsen im Überblick
Aktuell sind bei empfehlenswerten Festgeldkonten bis zu 3,5 Prozent Zinsen pro Jahr drin – die
genaue Höhe hängt stark von der gewählten Laufzeit ab. Ein wichtiger Einflussfaktor ist der Leitzins
der Europäischen Zentralbank: Die EZB hat seit Juni 2024 mehrfach gesenkt, im Sommer 2025 aber
erst einmal pausiert. Wie es weitergeht, ist offen.
Die richtige Laufzeit finden
Als Faustregel gilt: Schließe Festgeld nur für eine Laufzeit ab, auf die Du auch wirklich verzichten
kannst – und plane einzelne Verträge nicht länger als drei Jahre. Der Zinsvorteil längerer Laufzeiten
ist meist gering, während Du entsprechend lange nicht an Dein Geld kommst. Zudem lässt sich
schwer vorhersagen, ob die Zinsen in ein paar Jahren nicht wieder höher liegen.

Beispiele nach Laufzeit

12 Monate: HoistSpar (Schweden) 3,2 % p. a., Grenke Bank 3,05 % p. a.

24 Monate: Grenke Bank 3,25 % p. a., SWK Bank

36 Monate: HoistSpar über die Zinsplattform Raisin 3,12 % p. a., Grenke Bank 3,3 % p. a.

Länger als drei Jahre anlegen: die Festgeldtreppe

Wer länger als 36 Monate anlegen will, ohne komplett auf Flexibilität zu verzichten, kann auf die
Festgeldtreppe setzen:
1 Teile die Anlagesumme in gleich große Portionen (z. B. drei Drittel).
2 Schließe dafür Verträge mit gestaffelten Laufzeiten ab – etwa 1, 2 und 3 Jahre, auch bei
derselben Bank möglich.
3 Sobald eine Tranche fällig wird, legst Du sie erneut für drei Jahre an, falls Du das Geld nicht
anderweitig brauchst.
So bleibst Du jährlich flexibel und profitierst auch von steigenden Zinsen.
Eine einfachere Alternative: Teile die Summe je zur Hälfte zwischen Tagesgeld und einem Festgeld
mit drei Jahren Laufzeit auf. Über das Tagesgeld kommst Du jederzeit an einen Teil des Geldes, die
Gesamtrendite ist ähnlich hoch wie bei der Zinstreppe. Bei steigenden Zinsen liegt die Zinstreppe
leicht vorn, bei fallenden Zinsen die Tagesgeld-Variante – und sie ist zusätzlich einfacher
umzusetzen.

So eröffnest Du ein Festgeldkonto

Bank auswählen – am besten über einen Festgeldvergleich, passend zu gewünschter Laufzeit
und Anlagesumme. Konto online eröffnen und Dich legitimieren – möglich per Postident (Ausweis in der Postfiliale vorzeigen), Videoident (Videotelefonat mit Ausweiskontrolle) oder, wo verfügbar, per
eID-Funktion des Personalausweises. Angaben machen: Neben persönlichen Daten (Adresse, Geburtsdatum) fragen Banken auch, ob
Du in den USA steuerpflichtig oder eine politisch exponierte Person (PeP) bist. Bei „Ja“ lehnen
manche Banken die Kontoeröffnung ab – Hintergrund sind das US-Steuergesetz FATCA sowie
besondere Meldepflichten bei PeP. Verrechnungs- und Referenzkonto verstehen: Über das Verrechnungskonto läuft die Ein- und Auszahlung des Festgelds. Auszahlungen gehen ausschließlich auf Dein Referenzkonto – meist Dein bestehendes Girokonto.

Manche Banken bieten ihr Festgeld nicht direkt an, sondern über eine Zinsplattform wie Raisin. Dort
eröffnest Du ein zentrales Verrechnungskonto und legst darüber bei verschiedenen Partnerbanken
an, ohne jedes Mal ein komplett neues Konto eröffnen zu müssen.

Kündigung: vorzeitig und zum Laufzeitende

Eine vorzeitige Kündigung ist nur in echten Ausnahmefällen möglich – ein kaputter Kühlschrank
reicht nicht. Aus „wichtigem Grund“ (§ 314 BGB) ist eine fristlose Kündigung aber in der Regel
möglich bei:

  • Tod der Kontoinhaberin bzw. des Kontoinhabers
  • Abrutschen ins Bürgergeld
  • Scheidung
  • drohender Insolvenz der Bank
  • persönlicher Notsituation wie einer Privatinsolvenz

Bei weniger dramatischen Fällen ist die Bank nicht verpflichtet zuzustimmen, kann es aber aus
Kulanz tun – nachfragen kostet nichts.
Zum Laufzeitende ist bei manchen Anbietern eine aktive Kündigung nötig, sonst verlängert sich der
Vertrag automatisch (Prolongation) zu den dann aktuellen Konditionen. Prüfe das schon bei
Vertragsabschluss und trage Dir die Kündigungsfrist am besten direkt in den Kalender ein. Je nach
Bank reicht eine Kündigung im Online-Banking, bei anderen ist eine automatische Wiederanlage
bereits beim Antrag ausschließbar.

Steuern auf Festgeldzinsen

Läuft Dein Festgeld über eine deutsche Bank oder die deutsche Niederlassung einer ausländischen
Bank, führt die Bank die Steuer automatisch ab – Du musst Dich um nichts kümmern. Willst Du das
vermeiden, brauchst Du einen Freistellungsauftrag.
Bei ausländischen Banken ohne deutsche Niederlassung läuft das anders: Hier musst Du die
Zinserträge selbst in Deiner Einkommensteuererklärung angeben. Ob sich der Zusatzaufwand lohnt,
hängt vom Einzelfall ab – der Festgeldvergleich sollte bei jeder Bank angeben, ob die Steuer
automatisch abgeführt wird.